Poe lädt zum Dinner ein

In meinem letzten Post habe ich euch das literarisches Kartenspiel PaperCuts vorgestellt. Heute habe ich eine Web-Serie für alle Lesebgeisterten der englischsprachigen Klassiker, die ebenfalls über Kickstarter finanziert wurde. Ursprünglich hatte ich vor heute über etwas anderes zu bloggen, aber ich bin vorgestern über diese Web-Serie gestolpert, habe sie gleich in einem Rutsch durchgeschaut und hatte danach das Bedürfnis sie sofort noch einmal zu sehen. Ich war also unglaublich begeistert und wollte sie euch nicht vorenthalten. Die Rede ist von der YouTube Web-Serie Edgar Allan Poe’s Murder Mystery Dinner Party oder wie Poe selbst darauf besteht: Edgar Allan Poe’s Murder Mystery Invite Only, Casual Dinner Party/Gala for Friends Potluck.

Der Plot

Poe und der Geist Lenore laden ein zu einem Murder Mystery Dinner. Eingeladen sind Louisa May Alcott, Ernest Hemingway,  George Eliot, Charlotte Brontë, Fyodor Dostoevsky, H. G. Wells,  Mary Shelley, Oscar Wilde, Emily Dickinson, Agatha Christie und Annabel Lee. Abgesehen von Lenore und Annabel Lee, die beide Poes Gedichten entstammen, sind also namhafte Autoren zugegen. Doch bevor das Murder Mystery richtig losgeht, stirbt einer der Anwesenden und es gilt herauszufinden wer von ihnen der Mörder ist bevor noch mehr der Gäste sterben. Wer wäre besser geeignet für das Lösen eines Mordfalls als der Begründer der Detektivgeschichten höchstpersönlich.

Der Trailer

Hier geht es zur Playlist für die komplette Serie.

Über die Web-Serie

Die Serie finanzierte sich ursprünglich über Kickstarter und wurde zwischen Ende August und Oktober diesen Jahres veröffentlicht. Mit 12 Episoden und insgesamt einer Spiellänge von knapp 130 Minuten kann man die Web-Serie also bequem auch am Stück wie einen Film ansehen. Derzeit ist die Serie nur mit englischer Tonspur auf YouTube, man kann aber englische Untertitel einstellen; andere Sprachen sind (noch) nicht verfügbar.

Persönliches Fazit

Ich bin ein ganz großer Fan des Films  Alle Mörder sind schon da (Originaltitel: Clue) dessen Prinzip vom Spiel Cluedo inspiriet ist und auch schon an anderer Stelle verwendet wurde wie in einer Jubiläumsfolge der Serie Psych und anderen Medien. Außerdem bin ich nicht nur ein großer Fan von Poe sowie einem Großteil der anderen vorkommenden Autoren, sondern bin zufälligerweise an Halloween sogar als Poe verkleidet gewesen. Die Serie war deswegen quasi wie ein Gewinn im Lotto für mich.

Wer erwartet, dass die Serie düster und ernst ist, täuscht sich. Sie ist unglaublich lustig und intelligent gemacht. Es gibt immer wieder Anspielungen auf die Werke und die Leben der Autoren und nimmt sie auf die Schippe ohne, dass es gezwungen oder seltsam wirkt. Auch andere Schriftsteller werden angesprochen und zwischendrin lernt man sogar auch noch das ein oder andere dazu. Man muss sich also keineswegs mit den Autoren auskennen, um an der Serie Gefallen zu finden. Außerdem ist die Serie wirklich zitierfähig und ich werde einige der Äußerungen wahrscheinlich in nächster Zeit noch so einige Mal in meinen Alltag einbauen.

Wer bei der Bezeichnung „Web-Serie“ an schlecht beleuchtete und billige Sets mit mittelmäßigen Schauspielern denkt, wird hier eines anderen belehrt, denn die Serie sieht professionell aus und steht TV-Serien in kaum etwas nach.
Die Schauspieler sind alle sehr begabt und bringen die Ticks und Persönlichkeiten der Autoren sehr gut herüber. Falls ihr die klassischen Autoren und deren Werke als angestaubt empfindet, ist die Serie der beste Gegenbeweis, denn sie haucht allen Murder Mystery Gästen neues Leben ein – ahnlich wie Frankenstein mit seinem Monster 😉

Die Serie macht auf jeden Fall Lust darauf die Werke der Autoren noch einmal aus dem Regal zu holen und sich in die Klassiker zu vertiefen. Lustigerweise passt das sehr zu dem Hashtag #MeinKlassiker, den Birgit von Sätze & Schätze ins Leben gerufen hat. Sie hat sich mit anderen Bloggern und Autoren zusammengetan und spricht darüber wie selten man doch Klassiker liest. Ich verlinke euch mal den Erklärungspost dazu.

Ein großer Teil des Unterhaltungswertes ergibt sich natürlich durch das eigene Miträtseln, um den Mörder und dessen Motiv zu enttarnen. Aus diesem Grund möchte ich abschließend erwähnen, dass man nicht in die Kommentarsektion unter den Episoden scrollen sollte, wenn man Spoiler vermeiden möchte.

Der Cast

Bekannte Schauspieler findet man hier nicht unbedingt, obwohl Fans von der Theatergruppe StarKid sowohl Hemingway (Joey Richter; spielte in A Very Potter Musical Ron Weasley) als auch Georg Eliot (Lauren Lopez; spielte in A Very Potter Musical Draco Malfoy) bekannt vorkommen könnte. Fans von Parks and Recreation wird außerdem der schusselge Jerry Gergich (Jim O’Heir) wieder über den Weg laufen. Den Rest des Casts kennt man meiner Einschätzung eher nicht, außer aus anderen Web-Serien. Aber vielleicht geht euch das ja anders. Ich verlinke euch mal hier die IMDB-Seite.

Die Serie ist um und nun?

Wer von den Charakteren der Serie nicht genug bekommt, findet auf dem YouTube Kanal von Shipwrecked. noch weitere Videos rund um Poe. Es gibt die A Tell Tale Vlog-Reihe um Poe und Lenore, Behind the Scenes Material und Sketche, in den Poe andere nicht eingeladene Gäste trifft wie Mark Twain und Leo Tolstoi.

Exkurs

Da ich A Very Potter Musical oben erwähnt habe, dachte ich mir, ich sollte darüber noch ein kurzes Wort verlieren. AVPM, wie es abgekürzt wird, ist eine inoffizielle StarKid-Musicalaufführung rund um Harry Potter. Es gibt drei Musicals, die alle aufeinander aufbauen. A Very Potter Sequel und A Very Potter Senior Year sind die Fortsetzungen. Am ehesten kennt man hier wohl das Castmitglied Darren Criss, der in AVPM Harry Potter spielte und später durch Glee bekannt wurde, wo er Blaine Anderson spielte.
Für alle, die sich dafür entscheiden sollten die Musicals zu schauen: Ich warne euch schon mal vor den Ohrwürmern, die euch sicher so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen werden.


Bildquelle:
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