Rezension: Totentrickser von Jan Oldenburg (keine Spoiler)

Nachdem ich Fantastik AG gelesen hatte, hatte ich Lust auf mehr Oldenburg. Beim Stöbern bin ich in der Bibliothek auf Totentrickser gestoßen und habe mich ganz begeistert ans Lesen gemacht.

Der Leser folgt einer Heldentruppe, die aus vier Reisenden besteht: dem Zwergenkrieger Brom „Die Axt“ Stahlbart, Bolgur, der Barbarenoger, Falfnin, der Wichtelmeisterdieb, und die Magierin Selphyne. Zu Beginn suchen sie ihren Erzfeind Thanatos auf, der durch einen Unfall ums Leben kommt. Mit seinem letzten Atemzug bittet er die Heldentruppe seine Tochter Nenia zu ihren Verwandten zu bringen, sodass sie nicht als Waise aufwachsen muss. Nenia ist der Truppe aber kein Klotz am Bein. Ganz im Gegenteil, sie ist eine würdige Ergänzung.

Totentrickser spielt in der gleichen Welt wie auch schon Oldenburgs vorheriger Roman, Fantastik AG. Diesen muss man aber nicht gelesen haben, obwohl es einige lustige Anspielungen gibt.

Wie man anhand der Hauptcharaktere erkennt, handelt es sich bei dem Roman um Fantasy. Wer jetzt aber hofft, dass es ein High-Fantasy Roman ist wie etwa Der Herr der Ringe, den muss ich enttäuschen. In Totentrickser wird das Motiv der Heldentruppe eher parodiert. Stattdessen ist es eher für Fans von Walter Moers, wie auch schon der U4-Text verspricht. Inhaltlich erinnert der Roman an Eine Reihe betrüblicher Ereignisse von Lemony Snicket.

Die Charaktere waren durchaus lustig gestaltet und die Running Gags haben die ein oder andere Szene gerettet. Was ich besonders mochte, war das Aufwerfen der Frage was das Gute vom Bösen unterscheidet. Denn eigentlich ist das nur die Perspektive des Betrachters; in anderen Fantasy-Romanen kommt das eher selten zur Sprache.
Nach Fantastik AG hatte ich mir für Totentrickser vor allem eines erhofft: mehr weibliche Charaktere (in Fantastik AG gab es genau einen und diese war mehr oder weniger nur der Love-Interest). Das wurde auch zu einem gewissen Grad erfüllt.

Das größte Manko des Romans ist, dass er sehr vorhersehbar ist. Manchmal hatte ich das Befürfnis die unendlich langen Kapitel einfach seitenweise zu überfliegen, weil es einfach so durchsichtig war, was passieren würde. Das gilt auch für das Ende des Romans. Größtenteils wirkten die Kapitel einfach nur langwierig und repetitiv, da sich eigentlich nichts an der Grundhandlung von Kapitel zu Kapitel ändert.

Falls ihr an einem Roman von Oldenburg interessiert seid, würde ich euch eher Fantastik AG empfehlen.


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