Rezension: Through the Woods von Emily Carroll (keine Spoiler)

Ich habe letzte Woche bereits einige Empfehlungen zu All Hallow’s Read gemacht und ich würde heute gerne eine weitere aussprechen: Emily Carrolls Graphic Novel Through the Woods.

Through the Woods ist bereits 2014 im Faber&Faber Verlag erschienen und ist zur Zeit nur in Englisch erhältlich. Die Graphic Novel besteht aus insgesamt sieben kurzen Comics.

Die Kürze der einzelnen Geschichten hätte locker dazu führen können, dass sie abgehackt oder unfertig wirken. Bei Carroll ist aber genau das Gegenteil der Fall. Die Geschichten sind kurz, aber knackig und dabei gleichzeitig faszinierend und sehr atmosphärisch. Jede Geschichte ist nicht nur getrennt durch neue Monster und Erzählstränge, sondern auch durch verschiedene Farbgebungen. Dies hält sie davon ab, repetitiv zu sein. Die Kurzgeschichten haben bisweilen Märchencharakter, ohne dass sie zu kindisch oder kindlich rüberkommen.

Die Atmosphäre wird nicht nur durch den Text, sondern vor allem durch die Bilder ausgedrückt. Dazu tragen vor allem die wenigen, aber gekonnt eingesetzt Farben bei. Werden sie auf einer Seite sehr flächig eingesetzt, ist eine andere sehr detailreich. Fängt eine Geschichte mal bunt an und wird immer düsterer, wird eine andere durchweg in dunklen Farben gehalten.

Besonders schön finde ich den Zeichenstil. Man erkennt durchaus, dass alle Geschichten von ein und derselben Künstlerin gezeichnet wurden, ohne dass alle Charaktere und Monster sich aufs Haar gleichen. Die Monster sind teils originell, teils Altbekannte, und teils tauchen sie garnicht erst auf. Das regt die Fantasie an und trägt während dem Lesen zu dem Gefühl bei, dass irgendwas unterm Bett oder hinter dem Vorhang zu lauern und einen zu beobachten scheint.

Grundsätzlich würde ich sagen, dass die Graphic Novel nicht an Kinder gerichtet ist, (was ja oftmals bei Comics und Graphic Novels angenommen wird) sondern eher an ältere Teenager und Erwachsene. Ansonsten ist das Buch sowohl für Bücherwürmer als auch für Lesemuffel geeignet. Die Graphic Novel lässt sich schnell lesen und bleibt dennoch im Gedächtnis. Auch denjenigen, deren Englisch nicht das beste ist, kann ich Through the Woods empfehlen. Die Bilder tragen den Großteil der Geschichten und die Sprache ist nicht hochgestochen sondern eher einfach und märchenhaft.

Von blutig, über schaurig, bis hin zu einfach nur angesteinflößend, ist für jeden der geeignete Kurzcomic dabei. Die Graphic Novel ist perfekt, um sich in der nebeligen und dusteren Herbstzeit auf Halloween einzustimmen. Empfehlen würde ich die Graphic Novel sowohl Horrorfans als auch Angsthasen. Ich gehöre eher zu Letzteren. Wer sonst noch in diese Kategorie fällt: solange man Through the Woods nicht im Dunkeln liest während man daheim alleine ist, ist man sicher; und zur Not kann man ja immer noch nachts das Licht anlassen  😉


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