Welttag der Buchhandlungen

Disclaimer: Mir ist bewusst, dass es WELTtag des Buches heißt. Das Problem ist nur, dass die Buchbranche in jedem Land unterschiedlich ist; was für den deutschen Markt gilt, ist nicht allgemeingültig. Allein schon ein Vergleich zu Amerika zeigt immense Unterschiede auf.
Der Welttag der Buchhandlungen war außerdem vor 2 Tagen und ich habe auf meinem Tumblr-Blog den Post auch rechtzeitig gepostet.Es ist nur etwas schwer einen Post in der Vergangenheit zu posten, wenn man seinen WordPress-Blog erst seit heute hat 😉
Außerdem will ich hier niemandem vorschreiben wie und wo er/sie seine/ihre Bücher beziehen soll, das ist nicht meine Absicht. Es ist eher meine Absicht offenzulegen, weshalb es sich lohnt in Buchhandlungen einzukaufen und das nicht nur anhand meiner Meinung, sondern auch ein paar Fakten.

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Der 8. Oktober ist der Welttag der Buchhandlungen.

Listen über die schönsten Buchhandlungen der Welt finden sich wie Sand am Meer. Auch der Begründer dieses Feiertags hat sich mit Buchhandlungen beschäftigt. Dieser ist der deutsche Buchhändler Torsten Woywood und der Feiertag geht zurück auf sein Projekt von 2015 Around the World in 100 Bookshops.

Auch dieses Jahr hat er wieder ein Buch zum Thema Buchhandlungen herausgebracht. Diesmal mit Schwerpunkt Europa: In 60 Buchhandlungen durch Europa: Meine Reise zu den schönsten Bücherorten unseres Kontinents. Ziel dieses Feiertags ist „laut Angaben des Initiators […] vor allem […] den jeweils eigenen Favoriten unter den Buchhandlungen für all das zu feiern, was sie im Auge des Betrachters so besonders macht.

Doch wie sieht das überhaupt aus mit den Buchhandlungen in Deutschland?

Der Anteil des Umsatzes im Sortimentsbuchhandel geht immer mehr zurück. Zwar beträgt er noch immer knapp 50% (Stand Juli 2016: 48,2 %), aber immer mehr Leute kaufen heutzutage ihre Bücher über das Internet. Verständlich, da es bequem ist und man sich nicht an Öffnungszeiten halten muss (mal abgesehen von den netten Momenten, wenn man den gelben Brief of Doom im Postkasten findet und man sein Paket im Laden abholen muss, obwohl man definitiv zum Lieferzeitpunkt zuhause war *schaut böse den Briefträger an*).
Relativ gesehen, macht der Internetbuchhandel mit nur 17,4% (Stand: Juli 2016) nicht einmal ein Fünftel des Gesamtmarktes aus, er wächst aber stetig. [Anm.: Die Zahlen beinhalten Anbieter wie Amazon, aber auch Online-Auftritte des Sortimentsbuchhandels.] So ist der Umsatz übers Web von 2014 auf 2015 um 6% gestiegen. Was viele aber eventuell nicht bedenken, ist die Buchpreisbindung, die in Deutschland gilt.
Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wie weit verbreitet das Wissen über die Buchpreisbindung ist. Wer das schon kennt, kann gerne zum nächsten Absatz springen. Man könnte einen ganzen Post allein über die deutsche Buchpreisbindung machen, aber für alle, die damit nichts anfangen können, sind hier die Basics: Der Verlag legt den Buchpreis fest und an diesen müssen sich die Händler halten – egal, ob kleinster Buchladen um die Ecke oder große Ketten wie Thalia. Dies gilt seit 1. September diesen Jahres auch für E-Books. Zudem müssen sich auch die Händler im Ausland an dieses Gesetz halten. Somit muss jemand der ein deutsches Buch in Italien kauft genau so viel zahlen wie ein Käufer in Amerika oder Südafrika. Ausnahme ist, wenn Händler das Buch für einen höheren Preis als den festgelegten verkaufen möchten. Dies geschieht zur Zeit in Österreich. Mehr dazu [hier].

Fazit ist also: wenn man nicht gerade gebrauchte Bücher, Mängelexemplare (über Anbieter wie Amazon, medimops oder abebooks) oder fremdsprachige Bücher kauft, ist man bei Büchern über das Internet nicht (unbedingt) günstiger dran.

Aber was, wenn der Buchladen das Buch nicht vorrätig hat und ich umsonst in den Laden gehe?

Natürlich besteht immer die Möglichkeit, dass ein Buch nicht im Laden zu finden ist, deshalb lohnt es sich sich vorher zu informieren. Das einfachste ist es anzurufen, um zu erfragen, ob das Buch im Laden vorrätig ist und falls dies nicht der Fall ist, kann man es auch gleich bestellen. Damit lohnt man sich den Weg. Allerdings verstehe ich durchaus, dass Telefonieren nicht für alle die angenehmste Kommunikationsart ist. Deswegen haben mittlerweile viele (auch kleinere) Buchhandlungen eine Website, auf der man einsehen kann, welche Bücher im Laden vorhanden sind oder einen Auftritt auf Social Media Plattformen, bei denen man sich erkundigen und (oft) auch gleich bestellen kann.

Tipp: Wenn man bis 17 Uhr im Laden ein Buch bestellt, kommt dies üblicherweise am nächsten Tag an. Solange man nicht gerade Angebote nutzt, die eine Übernacht-Lieferung zu ordern, ist man nicht langsamer dran als, wenn man in den Buchladen geht. Falls die Lieferung mal länger dauert, bieten viele Buchläden auch an eine SMS zu schicken, wenn das Buch abholbereit ist.

Wenn man außerdem mit den Öffentlichen oder gar zu Fuß zum Buchladen kommt, ist der Einkauf im Buchladen sogar umweltschonender 😉

Was ist es, das ich persönlich so an Buchhandlungen schätze?

Ein echter Vorteil den ich an Buchläden so schätze, ist das Stöbern. In allererster Linie bin ich jemand, der sich unglaublich gerne mit Büchern umgibt und einfach nur die Regale entlang schlendert (, weswegen ich auch Bibliotheken liebe, aber das ist ein Thema für ein anderes Mal). Ich persönlich mache das wesentlich lieber im Buchladen als Online. Klar klicke ich mich auch gerne durch Goodreads, weil ich da gleich die Meinung anderer mit in meine Kaufentscheidung miteinbeziehen kann. Falls ich mich dazu entscheide, dass ich das Buch lesen möchte, kommt es dann auch gleich in meine To Read Liste, dass ich es bloß nicht vergesse.
[Nachtrag: Laut der Bitkom-Studie zur Nutzung digitaler Inhalte bin ich mit dem Stöbern im Buchladen nicht in der Minderheit. 54% der Leser holen sich im Laden ihre Ideen für die nächste Lektüre. Diese Zahl ist seit 2013 gestiegen.]
Wer jetzt meint, das ist alles Großstadtgedöns, dem kann ich (zumindest in meinem Fall) widersprechen. Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, ich weiß also durchaus, dass es nicht immer ganz einfach ist seine Bücher im Laden zu kaufen. Aber bis ich war 18 war, habe ich in unserem kleinstädtischen Buchladen alle meine Bücher geholt. Klar, musste ich viele Bücher erst bestellen und konnte sie erst am nächsten Tag abholen, aber ich musste meine Eltern nicht immer fragen, ob ich denn jetzt etwas bestellen darf oder nicht (zumindest als ich jünger war). Sobald ich genügend Taschengeld hatte, hieß es: „Ab in den Buchladen!“
Die ganze Stadt hat in diesem Laden ihre Bücher gekauft, selbst die Schullektüre wurde dort vom Lehrer bestellt und dann konnte man nachmittags hingehen und sie abholen. Außerdem kannte ich die Verkäuferin irgendwann so gut, weswegen ich noch heute gerne vorbeischaue, wenn ich meine Eltern besuche und ein Buch möchte.
Natürlich bin ich nicht komplett naiv. Ich weiß, dase es nicht in jeder Kleinstadt oder Dorf einen Buchladen gibt. Innerhalb Deutschlands ist die Dichte an Buchhandlungen aber dennoch sehr hoch – vor allem verglichen mit den USA. Und ich weiß durchaus, dass es in Großstädten meist einfacher ist, da die Ladenflächen größer sind und so eine größere Auswahl anbieten können.

Der zweite Punkt, der einen Buchladen so praktisch macht, ist das Fachpersonal. Man kann sich unverbindlich beraten lassen. Zugegeben, das gilt wahrscheinlich weniger für Belletristik und mehr für Sachbücher und Fachbücher. Aber auch, wenn man vielleicht ein Buch für die Nichte sucht, die gerade erst in die Schule gekommen ist und man von dem Sortiment für dieses Alter keinen Plan hat, kann man beim Personal nachfragen.

Zuallerletzt stärkt man natürlich durch das Kaufen im Buchladen die einzelnen Buchläden selbst. Wer also nur im Internet einkauft und sich dann wundert, weshalb so viele Buchläden (klein und groß) schließen, darf sich nicht wundern. Schließlich kann es die endlosen Listen zu den schönsten Buchhandlungen nur so lange geben, solange es auch Buchhandlungen gibt.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch Dinge, die ich weiterhin online kaufen werde. Namentlich englische Bücher. Diese unterliegen nicht der Buchpreisbindung und in vielen deutschen Buchläden ist es üblich diese Bücher recht teuer zu verkaufen. Außer man hat hin und wieder Glück. Am Regal für englische Bücher komme ich so oder so nie vorbei.
Auch E-Books werde ich weiterhin über das Web kaufen. Es gab eine Zeit lang die Möglichkeit auch E-Books im Laden zu kaufen, was für Nutzer, die nicht sehr technikaffin sind durchaus hilfreich sein kann. (Ob es diese Möglichkeit noch gibt, habe ich leider nicht herausgefunden.) Schlussendlich finde ich es aber doch sinniger digitale Produkte in einem digitalen Shop zu erstehen.

Wie steht es mit euch? Wo kauft ihr gerne eure Bücher ein? Habt ihr gar eine Lieblingsbuchhandlung?

 


Bildquelle:
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2 Kommentare zu „Welttag der Buchhandlungen

  1. Ich muss zugeben, dass ich sehr viele meiner Bücher über Amazon beziehe, da ich sie sowohl gerne auf Englisch als auch gebraucht kaufe. Aber ich bin auch der Meinung, das Stöbern die beste Art und Weiße ist um auf neue Lieblingsbücher zu stoßen! Ich glaube ich sollte wirklich versuchen öfter lokal einzukaufen…

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  2. Was halt auch noch so ein Problem ist (vor allem wahrscheinlich auch bei dir in Amerika gerade), sind vor allem die großen Ketten, die mittlerweile ja in den größeren Städten überall sind. Dort sind sie dann an den prominentesten Stellen und kleine Buchhandlungen können teilweise einfach mit der Ladenfläche nicht mithalten, was schade ist. Manchmal sollte man vielleicht einfach eher auf Qualität, statt auf Quantität setzen.
    Und von Büchern in Supermärkten, Elektronikgeschäften oder anderen Nebenmärkten will ich gar nicht erst anfangen. Vor allem, weil ich schon öfter gesehen habe, dass die Bücher einfach in so eine Ramschkiste geschmissen werden. Klar, das Buch ist eine Massenware, aber ich kaufe meine Bücher doch lieber in einer Buchhandlung und nicht mit Brot und Marmelade.

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