Rezension: Beat the Reaper von Josh Bazell (keine Spoiler)

Genre: Thriller
Deutscher Titel: Schneller als der Tod

Du liebst es bei Dr. House mitzurätseln und bist Fan von The Godfather? Am liebsten würdest du etwas lesen, das beides kombiniert? Dann hört hier deine Suche auf, denn ich habe das perfekte Buch für dich: Josh Bazell’s Thriller Schneller als der Tod.

Der Leser folgt Peter Brown, der Arzt in Manhattan ist. Das war aber nicht immer so, denn bevor er dort ausstieg, arbeitete er für die New Yorker Mafia. Seine Vergangenheit besucht ihn in Form des Patienten Nicholas LoBrutto, dem noch drei Monate zu leben bleiben – Krebs im Endstadium. Solange Nicholas am Leben bleibt, stehen Peters Chancen gut ebenfalls zu überleben. Doch Nicholas‘ Erscheinen auf der Bildfläche bringt alte Erinnerungen in Peter hoch …

Die Zusammenfassung lässt es vielleicht nicht vermuten, aber der Thriller erzählt eine wirklich spannende Geschichte, die vom heutigen Amerika zurückreicht bis ins Europa des Zweiten Weltkrieges. Wie es zu den Verstrickungen, die sich über so eine weite Strecke und so einen langen Zeitraum erstreckt ist mindestens genauso spannend wie der Erzählstil.

Hätte der Autor sich dazu entschieden, Peters Leben chronologisch zu erzählen, wäre es durchaus immer noch ein interessanter Thriller. Aber gerade die anachronistische Erzählweise macht das Buch zu einem echten Pageturner. Nach und nach erhält der Leser neue Informationsfetzen, aus allen möglichen Lebensbereichen des Protagonisten. So hält die Spannung das ganze Buch über an und man kann gar nicht anders als „nur noch ein Kapitel“ zu murmeln, während die Sonne so langsam am Horizont verschwindet. Außerdem ist das Buch gespickt mit raffiniertem Foreshadowing.

Auf Plotebene war es sehr eindrucksvoll mitzuverfolgen wie beinahe ungewollt Peter Brown immer weiter in die Mafiaszene abrutscht. Bis zu seinem Ausstieg aus der Mafia hatte er sich selbst nicht eingestehen wollen, dass er mehr mit den Mördern seiner Großeltern gemein hat als ihm vielleicht lieb ist.

Was dieses Buch besonders macht, sind die Fußnoten, die von informativ bis lustig reichen. So manche Male werden dem Leser medizinische Begriffe erklärt, doch manchmal werden dem Leser auch Dinge an den Kopf geworfen wie „Like you care what that means.“ [Übersetzung des Verfassers: „Als würde Sie das interessieren, was das bedeutet!“] Solche Interaktionen mit dem Leser sind es, was diesem Buch den letzten Schliff gibt. Wobei das interagierende Element selbst für die erklärenden Fußnoten (seien sie nun medizinischer oder historischer Art) gilt, denn man hat doch immer das Gefühl, dass einen der Protagonist durch die Fußnoten direkt anspricht und das auf die unterschiedlichsten Arten; sei es spottend, belustigend oder einfach nur belehrend, ohne dabei den Zeigefinger erheben zu wollen.

Für zimperliche Leute mag der Thriller weniger geeignet sein. Es kommen einige Leichen vor, vor Mord wird nicht zurückgeschreckt und selbst Hunde sind nicht sicher. Das Derbste befindet sich jedoch zum Ende hin; ein blutige Szene, die nichts für schwache Nerven ist.

Leute, die sowohl Dr. House oder Grey’s Anatomy als auch The Godfather mögen, werden hier auf alle Fälle auf ihre Kosten kommen. Wer jetzt denkt, das sei eine seltsame Kombination, dem kann ich nur folgendes sagen: Ich dachte genau dasselbe, als ich das Buch in die Hand nahm. Faszinierenderweise, funktioniert diese Mischung aber wirklich gut!


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